Allgemeine Information der Redaktion Team CAPSIVERA – keine Steuerberatung im Einzelfall, ohne Gewähr.
Der Fallbeileffekt beschreibt, dass die Kleinunternehmerregelung seit 2025 sofort endet, wenn der Gesamtumsatz im laufenden Jahr 100.000 € überschreitet (§ 19 Abs. 1 UStG). Schon der Umsatz, mit dem die Grenze überschritten wird, ist voll umsatzsteuerpflichtig, ebenso alle folgenden Umsätze des Jahres. Im Gründungsjahr wirkt das Fallbeil bereits bei 25.000 €.
Wichtige Werte 2026
Regel | Wert 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
Gesamtumsatz Vorjahr 2025 | höchstens 25.000 € | § 19 Abs. 1 UStG |
Gesamtumsatz laufendes Jahr 2026 | höchstens 100.000 €, Fallbeil bei Überschreiten | § 19 Abs. 1 UStG |
Gründungsjahr | höchstens 25.000 € im laufenden Jahr, Fallbeil bei Überschreiten | Abschn. 19.1 Abs. 3 UStAE |
Berechnung | vereinnahmte Nettoentgelte | § 19 Abs. 2 UStG |
So funktioniert es
Bis 2024 kam es auf eine Prognose von 50.000 € für das laufende Jahr an. Seit 2025 zählt allein der tatsächlich vereinnahmte Umsatz. Die Folgen beim Überschreiten:
Umsätze vor dem Überschreiten bleiben steuerfrei.
Der Umsatz, mit dem die Grenze überschritten wird, ist in voller Höhe steuerpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil.
Ab diesem Zeitpunkt gelten die allgemeinen Pflichten: Umsatzsteuer ausweisen, Voranmeldungen abgeben.
Im Folgejahr ist die Regelung ausgeschlossen, weil der Vorjahresumsatz über 25.000 € lag.
Anzahlungen zählen im Monat des Zahlungseingangs. Ein großer Auftrag im Handwerk oder eine hohe Kampagnenzahlung bei Content Creatorn kann die Grenze deshalb früher reißen als erwartet.
Typischer Fehler
Den Umsatz erst zum Jahresende prüfen. Wer das Überschreiten zu spät bemerkt, hat Rechnungen ohne Umsatzsteuer gestellt und muss die Steuer aus dem vereinbarten Preis herausrechnen.
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Kurz erklärt am Beispiel
Beispiel: Ein Malerbetrieb hatte 2025 einen Gesamtumsatz von 20.000 € und hat bis Ende September 2026 weitere 80.000 € vereinnahmt. Im Oktober zahlt ein Kunde sofort einen Auftrag über 40.000 €. Damit liegt der Gesamtumsatz bei 120.000 €, und die vollen 40.000 € sind steuerpflichtig. War der Betrag als Endpreis vereinbart, stecken darin 6.386,55 € Umsatzsteuer (19/119), die an das Finanzamt gehen.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn ich als Kleinunternehmer mitten im Jahr über 100.000 € Umsatz komme?
Schon der Umsatz, mit dem Sie die Grenze überschreiten, ist voll umsatzsteuerpflichtig. Frühere Umsätze des Jahres bleiben steuerfrei, alle späteren werden regelbesteuert. Im Folgejahr können Sie die Kleinunternehmerregelung nicht nutzen.
Gilt das Fallbeil auch bei der 25.000-€-Grenze?
Im Gründungsjahr ja: Dort gilt die Grenze von 25.000 € für das laufende Jahr, und der Umsatz, der sie überschreitet, ist bereits steuerpflichtig. In den Folgejahren ist 25.000 € die Grenze für den Vorjahresumsatz und wirkt erst im nächsten Jahr.
In diesen Beiträgen erklärt
Quellen
Weitere Begriffe
Hinweis:Verfasst von der Redaktion Team CAPSIVERA. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und gibt den Rechtsstand vom 28.10.2026 wieder. Er ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung im Einzelfall und begründet kein Mandatsverhältnis. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.