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Wissen · Kosten & Honorar

Was kostet ein Steuerberater für Content Creator?

Eine einzelne Zahl wäre irreführend – denn was ein Steuerberater kostet, hängt davon ab, welche Bausteine Sie tatsächlich brauchen und wer die Buchhaltung macht. Wir rechnen ausschließlich nach Honorarvereinbarung ab, nicht nach der StBVV-Gebührentabelle. Auf dieser Seite erklären wir, wie sich das Honorar zusammensetzt, welche Faktoren es bewegen und wie Sie zu einem konkreten Betrag kommen.

Wir nennen auf dieser Seite bewusst keine Beträge. Bei einem Paketmodell wäre ein Preis ohne den zugehörigen Leistungsumfang wenig wert und würde falsche Erwartungen erzeugen. Im Erstgespräch erhalten Sie einen konkreten monatlichen Betrag – kostenlos und unverbindlich. Stand: September 2026.

Woraus sich das Honorar zusammensetzt

Unser Honorar besteht nicht aus einem Betrag, sondern aus Bausteinen. Sie buchen nur, was Sie brauchen:

  • Betreuungspaket – Jahresabschluss beziehungsweise EÜR, betriebliche Steuererklärungen, BWA und Fristenüberwachung. Je nach Modell auch die laufende Buchhaltung.
  • Einkommensteuererklärung – eine eigene Position, weil sie eine private Erklärung ist.
  • Lohn- und Gehaltsabrechnung – nur relevant, wenn Sie jemanden beschäftigen.
  • Proaktive Beratung – optional, mit festem Terminkontingent im Jahr.
  • Sondertätigkeiten – nach Zeitgebühr, wenn sie tatsächlich anfallen.

Ein Creator im Nebenerwerb braucht meist zwei Bausteine. Eine Creator-GmbH mit Angestellten vier.

Die drei Betreuungsmodelle

Der größte Preisunterschied entsteht nicht durch den Umsatz, sondern durch die Frage, wer bucht:

  • Eigenregie: Sie buchen selbst in Pennylane. Wir prüfen einmal jährlich zum Abschluss auf Plausibilität, die Umsatzsteuer-Voranmeldung übermitteln Sie selbst.
  • Begleitung: Sie buchen selbst, wir prüfen monatlich auf Plausibilität. Die Voranmeldung übermitteln Sie nach unserem Plausibilitätscheck.
  • Vollmandat: Wir übernehmen die Buchhaltung vollständig einschließlich Voranmeldung, vollständigem Belegreview und Fristenüberwachung.

Jahresabschluss, betriebliche Steuererklärungen, BWA und die Fristenüberwachung der Jahreserklärungen sind in allen drei Modellen enthalten. Ein Upgrade ist jederzeit zum Monatsersten möglich, ein Downgrade zum Jahreswechsel.

Die Einkommensteuererklärung ist eine eigene Position

Sie wird jährlich erstellt, aber in zwölf Monatsraten gezahlt. Es gibt drei Stufen:

  • Basis – unkomplizierte Fälle mit den Grundanlagen
  • Standard – zusätzlich Anlage N, außergewöhnliche Belastungen und ein Vermietungsobjekt
  • Premium – bis zu drei Vermietungsobjekte, Kapitalerträge, Unterhalt und weitere Sachverhalte

Für Creator mit Kapitalerträgen oder Krypto-Beständen ist meist Premium die passende Stufe, weil die Anlage KAP dort ohne Zusatzpauschale enthalten ist (kein Trading).

Was den Preis nach oben bewegt

Vier Faktoren bestimmen, wo Sie innerhalb des Modells landen:

  • Jahresumsatz: Die Umsatzstufen laufen von 25.000 € bis 10 Mio. €. Je Stufe steigt die betreuungsbezogene Vergütung um 10 %, die Beratungspauschalen um 5 %.
  • Geschäftsvorfälle: Die ersten 50 pro Monat sind enthalten. Je weitere angefangene 50 kommt ein Zuschlag dazu, der nach Betreuungsmodell gestaffelt und nach oben gedeckelt ist.
  • Rechtsform: Eine GmbH kostet strukturell mehr als ein Einzelunternehmen, weil Bilanz und Körperschaftsteuererklärung dazukommen.
  • Lohn: Sobald Sie jemanden anstellen – auch sich selbst als Geschäftsführer – kommt die Lohnabrechnung dazu.

Die Vergütung ist eine vorläufige Rate. Sobald die endgültigen Jahreszahlen feststehen, rechnen wir gegen und setzen die Rate für die Zukunft neu fest.

Vier typische Konstellationen

Creator im Nebenerwerb – Einzelunternehmen, kleiner Umsatz, wenige Belege, bucht selbst.

Gebucht: Betreuungspaket Eigenregie und Einkommensteuer Basis. Zwei Bausteine, die kleinste Konstellation.

Vollzeit-Creator – Einzelunternehmen, mehrere Plattformen, regelmäßige Sponsorings, möchte sich nicht um Buchhaltung kümmern.

Gebucht: Vollmandat, Einkommensteuer Standard oder Premium, oft ein Geschäftsvorfall-Zuschlag.

Creator mit Team – Einzelunternehmen oder GbR, ein bis zwei Angestellte oder Minijobber für Schnitt und Community-Management.

Gebucht: Vollmandat, Lohn, Einkommensteuer, häufig das Beratungspaket Kompakt.

Creator-GmbH – Gewinne bleiben im Unternehmen, Geschäftsführer angestellt, größeres Belegvolumen.

Gebucht: Vollmandat, Lohn, Einkommensteuer Premium, Beratungspaket Proaktiv. Die aufwendigste Konstellation – und die, bei der die Beratung den größten Hebel hat.

Lohn, wenn Sie jemanden beschäftigen

Die Lohn- und Gehaltsabrechnung wird je Abrechnung berechnet und ist nach Anzahl gestaffelt – je mehr Abrechnungen, desto günstiger die einzelne.

Enthalten sind Lohnsteuer-Anmeldung, DEÜV-Meldungen an die Sozialversicherungsträger, Minijob-Zentrale-Meldungen, die Pflege der Personalstammdaten und die Überwachung der Melde- und Zahlungsfristen. Für die Einrichtung fällt eine einmalige Grundpauschale an, dazu die Ersteinrichtung je Mitarbeiter.

Wer selbst abrechnen möchte, kann das tun – dann rechnen wir nur steuerliche Lohnfragen nach Zeitgebühr ab.

Einmalige Kosten zum Start

  • Onboarding – Mandatsaufnahme, Einrichtung der Buchhaltungsplattform, Hinterlegung der Vollmacht beim Finanzamt
  • Steuerlicher Erfassungsbogen – wenn Sie neu gründen
  • Beantragung der USt-IdNr. – für Creator praktisch immer nötig, weil Plattformen wie YouTube, Twitch oder OnlyFans im Ausland sitzen

Waren Sie in Vorjahren bereits tätig und sind die Erklärungen noch offen, werden diese Jahre gesondert kalkuliert und sind auf Wunsch in drei oder sechs Monatsraten zahlbar.

StBVV oder Honorarvereinbarung?

Die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) ist die gesetzliche Gebührenordnung. Das Honorar richtet sich dort nach einem Gegenstandswert und einem Zehntelsatz innerhalb eines Rahmens. Für Mandanten ist das schwer vorhersehbar: Die Rechnung steht erst fest, wenn die Arbeit fertig ist.

§ 4 StBVV erlaubt ausdrücklich eine abweichende Vergütungsvereinbarung, sofern sie in Textform und vor Auftragserteilung getroffen wird. Genau so arbeiten wir – für alle Mandate, ausnahmslos.

Der Vorteil ist nicht in erster Linie der Preis, sondern die Planbarkeit: Sie wissen im Januar, was das Jahr kostet.

EÜR oder Bilanz – was das ausmacht

Als Einzelunternehmer ermitteln Sie den Gewinn per Einnahmenüberschussrechnung (EÜR), solange Sie die Grenzen des § 141 AO nicht überschreiten. Das ist der Regelfall für Creator.

Eine Bilanz ist deutlich aufwendiger: Inventur, Rückstellungen, Abgrenzungen, Anlagenspiegel, gegebenenfalls Offenlegung im Bundesanzeiger. Deshalb liegt das Honorar bei GmbH und UG strukturell über dem eines Einzelunternehmens.

Wer über einen Rechtsformwechsel nachdenkt, sollte die laufenden Beratungskosten mitrechnen – nicht nur die Steuerbelastung.

Was für Creator zusätzlich anfällt

Creator-Mandate haben Themen, die klassische Betriebe nicht haben. Diese Leistungen sind nicht in der laufenden Pauschale enthalten, sondern werden nach Zeitgebühr abgerechnet, wenn sie anfallen:

  • Zusammenfassende Meldung und OSS-Meldungen bei Plattformen im EU-Ausland
  • US-Quellensteuer und das W-8BEN-Formular bei YouTube, Twitch oder Amazon
  • Vertragscheck bei Kooperations- und Management-Verträgen
  • Beratung zum Wegzug, wenn ein Umzug ins Ausland im Raum steht

Der Zeitgebührensatz ist in der Vergütungsvereinbarung festgelegt und gilt einheitlich für alle Sondertätigkeiten – mit einem eigenen, höheren Satz für die Begleitung einer Betriebsprüfung.

So halten Sie die Kosten niedrig

  • Geschäftskonto per Schnittstelle anbinden. Ohne PSD2-Anbindung müssen Kontoumsätze manuell erfasst werden – dafür fällt ein monatlicher Mehraufwands-Zuschlag an. Das ist der teuerste vermeidbare Posten überhaupt.
  • Belege sofort digital erfassen, statt sie zu sammeln. Die Aufbereitung mangelhaft angelieferter Belege läuft nach Zeitgebühr.
  • Privat und geschäftlich trennen. Ein gemischtes Konto erzeugt Rückfragen, die abgerechnet werden.
  • Unterlagen zeitnah nachreichen. Bei ausbleibender Nachreichung trotz zweimaliger Erinnerung fällt ein Zuschlag je Vorgang an.
  • Das passende Modell wählen. Wenn Sie ohnehin gern selbst buchen, sparen Eigenregie oder Begleitung gegenüber dem Vollmandat spürbar.

Was noch dazugehört

Die Nutzungsgebühren der Buchhaltungssoftware sind in der laufenden Betreuung enthalten und werden nicht gesondert berechnet. Die vereinbarten Preise werden zum 1. Januar jedes Jahres automatisch um 3 % gegenüber dem zuletzt geltenden Betrag angepasst.

Die proaktive Beratung ist eine eigene Position: zwei strukturierte Termine im Jahr im Paket Kompakt, vier Termine mit BWA-Analyse, Vorjahresvergleich, Hochrechnung und aktiver Steuergestaltung im Paket Proaktiv. Ohne Paket rechnen wir Beratung nach Zeitgebühr ab.

Häufige Fragen

Warum nennen Sie keine Preise auf der Website?

Weil wir mit Paketen arbeiten. Ein Betrag ohne den zugehörigen Leistungsumfang würde falsche Erwartungen erzeugen – derselbe Betrag bedeutet bei Eigenregie etwas ganz anderes als beim Vollmandat. Im Erstgespräch nennen wir einen konkreten monatlichen Betrag samt Leistungsbeschreibung.

Was kostet ein Steuerberater bei 200.000 Euro Umsatz?

Der Umsatz allein bestimmt das nicht. Entscheidend sind zusätzlich das Betreuungsmodell, das Belegvolumen, die Rechtsform und ob Lohn abzurechnen ist. Zwei Creator mit identischem Umsatz können deutlich unterschiedlich liegen. Nennen Sie uns diese vier Punkte, dann bekommen Sie im Erstgespräch eine belastbare Zahl.

Lohnt sich ein Steuerberater für Influencer überhaupt?

Sobald Plattformen im Ausland abrechnen, Sachzuwendungen im Spiel sind oder die Kleinunternehmergrenze näher rückt, sind die Fragen selten trivial. Die Steuerberatungskosten sind zudem vollständig als Betriebsausgabe abziehbar. Bei rein privater Nebentätigkeit ohne Gewinnerzielungsabsicht kann es dagegen zu früh sein.

Was ist der Unterschied zwischen Pauschale und StBVV?

Die StBVV ist die gesetzliche Gebührenordnung mit Gegenstandswert und Zehntelsätzen. Eine Pauschale beruht auf einer Vergütungsvereinbarung nach § 4 StBVV, die in Textform und vor Auftragserteilung geschlossen wird. Wir arbeiten ausschließlich mit Honorarvereinbarung.

Welche Unterlagen braucht der Steuerberater monatlich?

Bei angebundenem Geschäftskonto und digitaler Belegerfassung praktisch nichts Zusätzliches. Nötig sind Eingangs- und Ausgangsrechnungen, die Plattform-Abrechnungen (YouTube, Twitch, OnlyFans, Patreon), Belege zu Sachzuwendungen und bei Lohn die monatlichen Lohndaten.

Kostet die Einkommensteuererklärung extra?

Ja, sie ist eine eigene Position. Sie ist nicht in der betrieblichen Betreuung enthalten, weil sie eine private Erklärung ist und je nach Lebenssituation stark unterschiedlich aufwendig ausfällt.

Wie senke ich die Kosten beim Steuerberater?

Der größte Hebel ist die technische Anbindung des Geschäftskontos und die zeitnahe digitale Belegerfassung. Beides reduziert den Aufwand direkt. Der zweite Hebel ist die Wahl des Betreuungsmodells: Wer selbst bucht, zahlt deutlich weniger.

Was passiert mit den Vorjahren, wenn ich bisher nichts erklärt habe?

Offene Vorjahre werden gesondert kalkuliert und sind auf Wunsch in drei oder sechs Monatsraten zahlbar. Wichtig ist, das früh anzusprechen – je nach Sachverhalt kann eine Selbstanzeige der richtige Weg sein.

Ihr konkreter Preis in 20 Minuten.

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Plattformen, Belegvolumen, Rechtsform und Lohn an und nennen Ihnen einen konkreten monatlichen Betrag samt Leistungsbeschreibung – ohne versteckte Kosten und ohne Verpflichtung.

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