Erstgespräch anfragen Login: CAPSIVERA OnlineakteLogin: CAPSIVERA Connect
  1. Startseite
  2. Handwerk
  3. Ratgeber
  4. Schwarzarbeit: FKS-Prüfung 2026 – was der Zoll kontrolliert

Ratgeber · Handwerk

Schwarzarbeit: FKS-Prüfung 2026 – was der Zoll kontrolliert

Seit dem 30.12.2025 prüft die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mit erweiterten Befugnissen. Pflichten, Bußgelder bis 500.000 €, Ablauf einer Kontrolle und typische Fehler in Bau und Gebäudereinigung.

Stand: 28.10.20268 Min. LesezeitRedaktion Team CAPSIVERA

Allgemeine Information der Redaktion Team CAPSIVERA – keine Steuerberatung im Einzelfall, ohne Gewähr.

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls prüft nach § 2 SchwarzArbG, ob Arbeitgeber Beschäftigte richtig melden, den Mindestlohn zahlen und Arbeitszeiten aufzeichnen. Seit dem 30. Dezember 2025 gilt das Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung (BGBl. 2025 I Nr. 369): Die FKS darf nun auch elektronische Daten einsehen und wählt Betriebe risikoorientiert aus. Bau und Gebäudereinigung bleiben Schwerpunktbranchen – fehlende Arbeitszeitaufzeichnungen kosten dort bis zu 50.000 €, eine Unterschreitung des Mindestlohns bis zu 500.000 € Bußgeld (§ 21 MiLoG).

Was die FKS prüft und wen es trifft

Die FKS ist eine Arbeitseinheit des Zolls. Sie kann Betriebe, Baustellen und Objekte jederzeit und ohne Ankündigung aufsuchen. Geprüft wird nach § 2 Abs. 1 SchwarzArbG unter anderem:

  • ob Beschäftigte bei der Sozialversicherung gemeldet sind,

  • ob Sozialleistungen zu Unrecht bezogen werden,

  • ob Ausländer ohne Arbeitserlaubnis beschäftigt werden,

  • ob Arbeitnehmerüberlassung ohne Erlaubnis vorliegt,

  • ob gesetzlicher Mindestlohn und Branchenmindestlöhne gezahlt werden.

Stößt die FKS dabei auf Hinweise auf Steuerverstöße, meldet sie diese dem Finanzamt. Am Bau finden Kontrollen meist direkt auf der Baustelle statt, in der Gebäudereinigung häufig im Objekt beim Kunden, auch abends oder am frühen Morgen. Daneben prüft die FKS Geschäftsunterlagen im Büro des Betriebs. Mehr zur Behörde im Glossar unter Finanzkontrolle Schwarzarbeit.

Besonders streng sind die Pflichten in den Branchen nach § 2a SchwarzArbG. Dazu gehören seit der Reform: Baugewerbe, Gaststätten und Beherbergung, Personenbeförderung, Spedition und Logistik einschließlich plattformbasierter Lieferdienste, Schausteller, Gebäudereinigung, Messebau, Fleischwirtschaft (ohne Fleischerhandwerk), Prostitution, Wach- und Sicherheitsgewerbe sowie neu Friseur- und Kosmetikgewerbe. Die Forstwirtschaft ist nicht mehr aufgeführt.

Was sich seit dem 30. Dezember 2025 geändert hat

Das Gesetz vom 22. Dezember 2025 ist überwiegend am 30. Dezember 2025 in Kraft getreten. Für Betriebe sind diese Punkte wichtig:

  • Elektronische Unterlagen: Die FKS darf auch digital gespeicherte Daten einsehen, etwa in Zeiterfassung, Lohn- und Buchhaltungssoftware oder Cloud-Anwendungen. Sie kann einen Zugang und maschinell auswertbare Daten verlangen.

  • Risikoorientierte Auswahl: Welche Betriebe geprüft werden, ergibt sich aus einer Risikobewertung (§ 2 Abs. 5 SchwarzArbG). Die Generalzolldirektion wertet Daten dafür zentral und automatisiert aus. Prüfungen ohne Risikohinweis bleiben vorgeschrieben.

  • Identitätsfeststellung: Die FKS darf Ausweise auf Echtheit prüfen, Lichtbilder und Fingerabdrücke zur Identifizierung erheben und Daten mit dem polizeilichen Informationsverbund abgleichen.

  • Eigene Strafverfahren: Bei Vorenthalten von Sozialbeiträgen (§ 266a StGB) ermittelt die FKS in vielen Fällen selbst und kann einen Strafbefehl beantragen.

  • Hinweispflicht zum Ausweis: Arbeitgeber in den § 2a-Branchen müssen jeden Beschäftigten vor Arbeitsbeginn schriftlich darauf hinweisen, dass er seinen Ausweis mitführen muss. Der Nachweis ist für die Dauer der Beschäftigung aufzubewahren.

  • Mehr Mitwirkung, neue Bußgelder: Arbeitgeber müssen nun auch in Straf- und Bußgeldverfahren mitwirken. Wer digitale, maschinenlesbare Daten nicht, falsch oder verspätet übermittelt, handelt ordnungswidrig.

  • Neuer Straftatbestand: Wer gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande falsche Belege ausstellt oder in Verkehr bringt und damit Schwarzarbeit ermöglicht, riskiert bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe (§ 9 SchwarzArbG). Gemeint sind etwa Abdeckrechnungen von Scheinfirmen.

Pflichten und Bußgelder 2026 im Überblick

Pflicht

Rechtsgrundlage

Frist bzw. Inhalt

Bußgeld bis

Sofortmeldung

§ 28a Abs. 4 SGB IV

spätestens bei Arbeitsaufnahme an die Datenstelle der Rentenversicherung

25.000 € (§ 111 SGB IV)

Arbeitszeit aufzeichnen

§ 17 Abs. 1 MiLoG

Beginn, Ende, Dauer bis zum 7. Kalendertag nach der Arbeit, 2 Jahre aufbewahren

50.000 € (§ 21 MiLoG)

Unterlagen bereithalten

§ 17 Abs. 2 MiLoG

im Inland, auf Deutsch, auf Verlangen am Beschäftigungsort

30.000 € (§ 21 MiLoG)

Mindestlohn zahlen

§ 20 MiLoG, AEntG

2026: 13,90 €, Gebäudereinigung 15,00 € bzw. 18,40 €

500.000 € (§ 21 MiLoG, § 23 AEntG)

Prüfung dulden und mitwirken

§ 5 SchwarzArbG

Zutritt, Auskünfte, Unterlagen

30.000 € (§ 21 MiLoG)

Ausweis mitführen, Hinweis dokumentieren

§ 2a SchwarzArbG

vor Arbeitsbeginn, schriftlich

–

Ab einer Geldbuße von 2.500 € sollen Betriebe zudem von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen werden (§ 19 MiLoG). Für viele Betriebe mit kommunalen Kunden ist das die härtere Folge.

Ablauf einer Prüfung

  1. Ankunft: Die Beamten weisen sich aus und erklären den Prüfauftrag. Eine Ankündigung ist nicht nötig.

  2. Befragung der Beschäftigten: Vor Ort werden Personalien, Ausweise, Arbeitgeber, Arbeitsbeginn und Stundenlohn abgefragt. Die Angaben werden später mit den Meldungen abgeglichen.

  3. Unterlagen: Die FKS verlangt Arbeitsverträge, Stundenaufzeichnungen, Lohnabrechnungen und Nachweise der Lohnzahlung. Was nicht vor Ort ist, wird mit Frist nachgefordert.

  4. Abgleich: Die Angaben werden mit den Sozialversicherungsmeldungen und weiteren Daten der Behörden abgeglichen, bei entsandten Beschäftigten etwa mit den A1-Bescheinigungen.

  5. Ergebnis: Ohne Beanstandung endet die Prüfung. Bei Auffälligkeiten folgen Bußgeld- oder Strafverfahren und eine Mitteilung an die Rentenversicherung, die Beiträge nachfordert.

Verhalten während der Kontrolle

  • Ruhig bleiben und kooperieren: Sie müssen die Prüfung dulden und mitwirken (§ 5 SchwarzArbG). Behinderung ist selbst ein Bußgeldtatbestand.

  • Ansprechpartner benennen: Eine Person im Betrieb sollte bei einer Kontrolle sofort erreichbar sein und Unterlagen oder Zugänge bereitstellen.

  • Keine Absprachen mit Beschäftigten: Versuchen Sie nicht, Aussagen von Beschäftigten zu beeinflussen. Das macht aus einem Formfehler schnell einen Verdacht.

  • Mitgenommene Unterlagen notieren: Lassen Sie sich bestätigen, welche Dokumente oder Datenkopien die Prüfer mitnehmen.

  • Fachliche Hilfe einbinden: Bei Vorwürfen, die in ein Straf- oder Bußgeldverfahren führen können, sollten Sie vor schriftlichen Stellungnahmen rechtlichen Rat einholen.

Vorbereitung: Checkliste für Ihren Betrieb

  1. Sofortmeldung automatisieren: Neue Beschäftigte werden gemeldet, bevor sie anfangen – auch Aushilfen und Aushilfsfahrer.

  2. Zeiterfassung prüfen: Beginn, Ende und Dauer je Tag, erfasst spätestens nach sieben Tagen, auch bei Montage, Bereitschaft und Wochenendeinsätzen.

  3. Ausweis-Hinweis dokumentieren: Ein unterschriebenes Merkblatt je Beschäftigtem in der Personalakte.

  4. Arbeitsverträge mit Unterschrift: In Bau und Gebäudereinigung schriftlich, nicht nur per E-Mail.

  5. Mindestlohn prüfen: Festgehälter durch tatsächliche Stunden teilen, Branchenmindestlöhne beachten.

  6. Nachunternehmerakte führen: Freistellungsbescheinigung, Unbedenklichkeitsbescheinigungen, Mindestlohnerklärung.

  7. Ausländische Beschäftigte: Aufenthaltstitel vor Arbeitsbeginn prüfen und eine Kopie für die Dauer der Beschäftigung aufbewahren (§ 4a Abs. 5 AufenthG). Für Einsätze im EU-Ausland die A1-Bescheinigung vor Abreise beantragen.

  8. Digitale Zugänge klären: Wer kann im Prüfungsfall Auswertungen aus Zeiterfassung und Lohnsoftware erstellen?

Rechenbeispiel: Unbezahlte Stunden unter dem Mindestlohn

Beispiel: Ein Helfer in einem Ausbaubetrieb ohne Branchenmindestlohn erhält 2026 ein festes Monatsgehalt von 2.200 €. Laut Vertrag arbeitet er 160 Stunden. Die FKS gleicht Zeiterfassung und Baustellenberichte ab und stellt fest: Tatsächlich waren es im Schnitt 175 Stunden im Monat, weil Rüst- und Ladezeiten nicht erfasst wurden.

Position

Rechnung

Betrag

Effektiver Stundenlohn

2.200 € ÷ 175 Std.

12,57 €

Geschuldet nach Mindestlohn

175 Std. × 13,90 €

2.432,50 €

Differenz je Monat

2.432,50 € − 2.200 €

232,50 €

Differenz in 12 Monaten

12 × 232,50 €

2.790,00 €

Sozialversicherung 42,3 % auf die Differenz

2.790 € × 42,3 %

1.180,17 €

Angesetzt ist der Gesamtsozialversicherungsbeitrag 2026 mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag der Krankenversicherung (2,9 %), ohne Kinderlosenzuschlag und Umlagen. Den Arbeitnehmeranteil kann der Betrieb nur bei den nächsten drei Lohnzahlungen nachträglich einbehalten (§ 28g SGB IV). Hinzu kommen die Lohnnachzahlung, Säumniszuschläge und ein mögliches Bußgeld. Vermeiden lässt sich das mit einer Zeiterfassung, die auch Rüst-, Lade- und Wartezeiten enthält, und einem monatlichen Abgleich: Gehalt geteilt durch die erfassten Stunden muss mindestens den Mindestlohn ergeben. Mehrarbeit wird entweder bezahlt oder einem schriftlich vereinbarten Arbeitszeitkonto gutgeschrieben. Wer Beiträge vorsätzlich vorenthält, macht sich nach § 266a StGB strafbar. Beitragsnachforderungen verjähren nach vier Jahren ab Ende des Fälligkeitsjahres, bei vorsätzlich vorenthaltenen Beiträgen erst nach 30 Jahren (§ 25 SGB IV).

Sonderfälle

  • Subunternehmer und Scheinselbständigkeit: Arbeitet ein „Subunternehmer“ nur für Sie, ohne eigene Betriebsmittel und nach Ihren Weisungen, wertet die Prüfung ihn oft als Beschäftigten. Dann werden Beiträge für die Vergangenheit fällig. Mehr im Glossar unter Scheinselbstständigkeit.

  • Nachunternehmer: Sie haften für deren Mindestlohn, am Bau ab 275.000 € auch für deren Beiträge. Details im Beitrag Nachunternehmerhaftung.

  • Minijobber: Für sie gilt die Aufzeichnungspflicht nach § 17 MiLoG in jeder Branche. Ausgenommen sind nur Minijobs in Privathaushalten.

  • Gebäudereinigung beim Kunden: Reinigungskräfte arbeiten oft allein in fremden Objekten. Auf Verlangen der Prüfbehörde müssen Unterlagen auch am Ort der Beschäftigung bereitgehalten werden (§ 17 Abs. 2 MiLoG). Eine digitale Zeiterfassung per App mit Objektbezug erleichtert den Nachweis.

  • Prüfung durch die Rentenversicherung: Unabhängig von der FKS prüft die Deutsche Rentenversicherung jeden Arbeitgeber mindestens alle vier Jahre (§ 28p SGB IV). Feststellungen der FKS fließen in diese Prüfung ein. Fehler aus einer Zollkontrolle tauchen deshalb oft später als Beitragsbescheid wieder auf.

  • Steuerliche Folgen: Stellt die FKS nicht gemeldete Löhne fest, informiert sie das Finanzamt. Dann drohen zusätzlich Lohnsteuernachforderungen und Haftungsbescheide gegen den Betrieb.

  • Auslandseinsätze: Wer Beschäftigte ins EU-Ausland schickt, braucht vor Abreise eine A1-Bescheinigung. Mehr im Beitrag Auslandseinsatz von Monteuren.

  • Arbeitsverträge: In den § 2a-Branchen müssen die wesentlichen Arbeitsbedingungen schriftlich mit eigenhändiger Unterschrift nachgewiesen werden. Die Textform, etwa per E-Mail, reicht dort nicht.

  • Saisonkräfte: Auch für kurzfristig Beschäftigte gilt die Aufzeichnungspflicht, in den § 2a-Branchen zusätzlich die Sofortmeldung. Mehr im Beitrag Kurzfristige Beschäftigung.

Typische Fehler in der Praxis

  • Sofortmeldung nachträglich: Der Helfer fängt morgens an, gemeldet wird er abends oder am nächsten Tag. Das ist bereits ein Verstoß.

  • Pauschale Stundenzettel: „8 Stunden“ ohne Beginn und Ende erfüllt § 17 MiLoG nicht.

  • Aufzeichnung erst zum Monatsende: Die Frist endet am siebten Kalendertag nach der Arbeit.

  • Ausweis-Hinweis nur mündlich: Seit der Reform braucht es einen schriftlichen, aufbewahrten Nachweis.

  • Kein Zugang zur Software: Wer bei einer Prüfung keine Auswertung aus der Zeiterfassung liefern kann, verzögert die Prüfung und riskiert ein Bußgeld wegen fehlender Mitwirkung.

  • Barzahlungen ohne Beleg: Ohne Nachweis der Lohnzahlung lässt sich der gezahlte Mindestlohn nicht belegen.

  • Pauschalgehalt ohne Stundenkontrolle: Feste Monatsgehälter rutschen bei Mehrarbeit schnell unter den Mindestlohn, wie das Rechenbeispiel zeigt.

  • Arbeitsverträge nur in Textform: In Bau und Gebäudereinigung müssen die wesentlichen Arbeitsbedingungen schriftlich mit Unterschrift nachgewiesen werden. Mehr im Glossar unter Nachweisgesetz.

  • Branchenmindestlohn übersehen: In der Gebäudereinigung reichen 13,90 € nicht. Seit 1. Januar 2026 gelten 15,00 € bzw. 18,40 €.

Wie eine steuerliche Außenprüfung abläuft, steht im Beitrag Betriebsprüfung im Handwerk. CAPSIVERA betreut Handwerks- und Reinigungsbetriebe in Lohn- und Baulohnabrechnung.

Checkliste · PDF
Ersten Mitarbeiter einstellen 2026
Von der Kalkulation über Betriebsnummer und Meldungen bis zu den monatlichen und jährlichen Arbeitgeberpflichten.
Zur Checkliste →

Schwarzarbeit und Kontrolle in kurzen Videos

Schwarzarbeit lohnt sich nicht mehrWarum das Risiko aus Nachzahlung, Bußgeld und Strafverfahren in keinem Verhältnis zur Ersparnis steht.
Abschrift lesen

Mal ehrlich: Schwarz arbeiten ist 2026 nicht clever. Es ist dumm.

Früher dachten manche, ein bisschen bar nebenbei merkt schon keiner. Das ist vorbei. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit hat seit 2026 erweiterte Befugnisse und setzt KI-gestützte Risikoanalysen ein, um auffällige Betriebe schneller zu erkennen. Datenabgleich mit Polizei, Steuerfahndung und Sozialversicherung inklusive.

Das Risiko, also Steuernachzahlung, Bußgeld, Strafverfahren und im Extremfall der Eintrag ins Gewerbezentralregister, steht in keinem Verhältnis zur kurzfristigen Ersparnis. Wer langfristig denkt, rechnet sauber ab und holt sich seine legalen Steuervorteile. Davon gibt es nämlich genug.

Wir zeigen dir die legalen Hebel, die wirklich was bringen. Schreib uns über capsivera.de.

Kontrolle mit KIErweiterte Befugnisse, Datenabgleich und KI-gestützte Risikoanalyse der Finanzkontrolle Schwarzarbeit seit 2026.
Abschrift lesen

Die Schwarzarbeit-Kontrolle rüstet auf, jetzt mit KI.

Seit Januar 2026 gibt das modernisierte Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz der Finanzkontrolle Schwarzarbeit deutlich mehr Befugnisse: Zugriff auf Polizeidaten, mehr Datenaustausch mit Steuerfahndung und Zoll, eigene Ermittlungsbefugnisse und ein KI-gestütztes Analysesystem, um auffällige Betriebe schneller zu erkennen. Für dich als seriösen Betrieb ist das kein Grund zur Sorge.

Aber es ist ein Anlass, die Basics sauber zu haben: Lohnunterlagen, Sofortmeldungen, Mindestlohn-Dokumentation und die Arbeitszeitaufzeichnung. Wer da ordentlich aufgestellt ist, hat nichts zu befürchten, auch wenn die Kontrolle jetzt schneller und datengetriebener kommt.

Wir prüfen deine Lohn-Compliance. Schreib uns über capsivera.de.

Häufige Fragen

Was hat sich 2026 bei Kontrollen gegen Schwarzarbeit geändert?

Seit dem 30. Dezember 2025 gilt das Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung. Die FKS darf elektronische Daten einsehen, wählt Betriebe risikoorientiert aus und ermittelt bei Beitragsvorenthaltung oft selbst. Friseur- und Kosmetikbetriebe sowie Lieferplattformen kamen in den Branchenkatalog, Bau und Gebäudereinigung bleiben darin.

Darf der Zoll in meine digitale Zeiterfassung schauen?

Ja. Die FKS kann Einsicht in elektronisch gespeicherte Daten verlangen, auch in Zeiterfassungs-, Lohn- und Buchhaltungssysteme in der Cloud. Legen Sie vorab fest, wer im Betrieb Zugänge und Auswertungen schnell bereitstellen kann.

Wie lange habe ich Zeit, Arbeitszeiten aufzuschreiben?

Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit müssen spätestens bis zum Ablauf des siebten Kalendertags nach der Arbeit aufgezeichnet sein (§ 17 MiLoG). Die Aufzeichnungen sind mindestens zwei Jahre aufzubewahren. Verstöße kosten bis zu 50.000 € Bußgeld.

Was kostet ein Verstoß gegen das Mindestlohngesetz?

Wer den Mindestlohn nicht oder zu spät zahlt, riskiert bis zu 500.000 € Bußgeld, bei fehlenden Aufzeichnungen bis zu 50.000 €, bei anderen Pflichtverstößen bis zu 30.000 € (§ 21 MiLoG). Ab 2.500 € Bußgeld droht der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen. Dazu kommen Beitragsnachforderungen.

Muss ich meine Mitarbeiter auf die Ausweispflicht hinweisen?

Ja, in den Branchen nach § 2a SchwarzArbG, darunter Bau und Gebäudereinigung. Der Hinweis muss vor Arbeitsbeginn schriftlich und nachweisbar erfolgen. Bewahren Sie ihn für die Dauer der Beschäftigung auf und legen Sie ihn bei einer Prüfung vor.

Wann muss die Sofortmeldung abgegeben werden?

Spätestens bei Aufnahme der Beschäftigung, also vor dem ersten Arbeitstag oder zu dessen Beginn. Sie geht an die Datenstelle der Rentenversicherung und ersetzt nicht die normale Anmeldung bei der Krankenkasse. Eine fehlende Sofortmeldung kann bis zu 25.000 € kosten.

Verwandte Themen

Quellen

  1. § 2 SchwarzArbG – Prüfungsaufgaben – gesetze-im-internet.de
  2. § 2a SchwarzArbG – Mitführungs- und Vorlagepflicht – gesetze-im-internet.de
  3. Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung (BGBl. 2025 I Nr. 369) – buzer.de
  4. Noerr: Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung
  5. § 17 MiLoG – Erstellen und Bereithalten von Dokumenten – gesetze-im-internet.de
  6. § 21 MiLoG – Bußgeldvorschriften – gesetze-im-internet.de
  7. § 28a SGB IV – Meldepflicht – gesetze-im-internet.de
  8. Handwerkskammer Chemnitz: Merkblatt zum SchwarzArbMoDiG

Hinweis:Verfasst von der Redaktion Team CAPSIVERA. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und gibt den Rechtsstand vom 28.10.2026 wieder. Er ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung im Einzelfall und begründet kein Mandatsverhältnis. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.So arbeitet unsere Redaktion

Reden wir über Ihr Geschäft.

Anfrage stellen – wir prüfen Ihr Anliegen und melden uns innerhalb von 48 Stunden. Fester Monatsbetrag statt Stundenabrechnung. Baustelle oder Livestream.

Erstgespräch anfragen

Frag die CAPSIVERA-KI

Steuerfragen für Handwerk, Gebäudedienstleistung & Content Creator – belegt aus unseren Ratgebern, mit Quellen.